Warum Stoffwindeln?


Warum nutzen Eltern heute noch Stoffwindeln? Ist das nicht viel zu aufwendig? Wie unterscheiden sich die vielen Windeln und Windelsysteme? Und wie wasche ich Windeln richtig?

Stoffwindeln - ein spannendes Thema!! Du bist noch dabei, dich einzulesen und suchst noch nach der passenden Stoffwindel für euch?
Wir möchten dir diese Fragen gerne hier beantworten. Ganz intensiv und persönlich sind auch Stoffwindelberaterinnen für dich da, sie bieten dir ganz viel Know-How und gehen individuell auf deine Fragen und Wünsche ein. Vielleicht ist ja auch in deiner Nähe eine Beraterin?  

 

Warum mit Stoff wickeln?

Weil's besser für die Umwelt ist!

Wenn du etwas für unsere Umwelt tun willst, kannst du dein Kind mit Stoffwindeln wickeln. Für ein Kind werden im Durchschnitt 4.500 Wegwerfwindeln benötigt. Oder 20 bis 30 Stoffwindeln. Die Energie, das CO2 und das Wasser, das verbraucht wird, um die einzelnen Chemikalien der Wegwerfwindeln an den Produktionsort zu bringen und dort diese 4.500 Wegwerfwindeln herzustellen, stehen in keinem Verhältnis zu dem Resourcenverbrauch der Stoffwindeln. Auch wenn man die zusätzlichen Waschgänge einrechnet. Hier findest du einen tollen Artikel zum Thema Stoffwindeln und Umweltschutz.



Weil's besser für den Geldbeutel ist!

Wegwerfwindeln sind teurer als Stoffwindeln.
Eine Windel von Babydream (Rossmann) kostet im Durchschnitt der Größen 0,19 €, eine Pampers kostet im Schnitt 0,26 €. Bei 4.500 Windeln ergibt sich so eine Summe von 844,77€ für die Rossmann-Windel oder 1.164,68 € für die Pampers. 
Eine komplette neue Ausstattung mit günstigen Stoffwindeln (Überhosen, Einlagen, Mullwindeln) kostet um die 300 €, für "teure" Stoffwindeln kann man neu auch bis etwa 600 € ausgeben. Die Windeln werden aber in der Regel nach Ende der Wickelzeit nicht weggeworfen, sondern entweder von Geschwistern weiter genutzt oder gebraucht verkauft. 

 

Weil's gesünder ist!

Stoffwindeln sind atmungsaktiver als Wegwerfwindeln, selbst wenn sie mit PUL (Polyurethanlaminat) beschichtet sind. Die isolierende Schicht der Windeln hält Flüssigkeit zurück, läßt aber Wärme und Dampf durch. Dadurch bleibt die Temperatur in einer Stoffwindel niedriger als in einer Wegwerfwindel. Windelsoor, der sich in warm-feuchter Umgebung besonders schnell ausbreitet, tritt daher bei Stoffwindeln seltener auf. Auch die, von manchen Ärzten befürchtete, Schädigung der Keimanlagen beim Jungen durch zu hohe Temperaturen in der Windel, kann mit Stoffwindeln gut vorgebeugt werden.
 

Weil's hygienischer ist!

Fäkalien gehören in die Kläranlage und nicht in die Mülltonne!


Weil's Spaß macht!

Stoffwindeln sind nicht mehr nur triste Lappen, die man um Babys Hüfte wickelt. Sternchen, Fabelwesen, knalliges Pink oder Regenbogenfarben? Kein Problem. Stoffwickeln ist heute süß, pfiffig und abwechslungsreich.

 

Die Materialien im Vergleich

Die Stoffwindelwelt ist bunt geworden. Bei der Herstellung von Stoffwindeln kommen ganz viele verschiedene Materialien zum Einsatz und jedes Material hat spezielle Eigenschaften. Um die richtige Windel zu finden lohnt es sich, ein wenig über die verschiedenen Materialien nachzulesen:
 

Welche Materialien saugen am meisten Flüssigkeit auf?

  1. Platz: Hanf
  2. Platz: Wolle (nimmt ca. 40% ihres eigenen Gewichts auf, ohne sich feucht anzufühlen)
  3. Platz: Bambus
  4. Platz: Baumwolle
  5. Platz: Mikrofaser (gibt schon auf leichten Druck hin die aufgenommene Flüssigkeit wieder ab)
  6. Platz: PUL (laminiertes Polyurethan saugt gar nicht sondern sorgt dafür, dass die Flüssigkeit im Inneren der Windel bleibt)


Welche Materialien saugen am schnellsten Flüssigkeit auf?

  1. Platz: Mikrofaser
  2. Platz: Baumwolle
  3. Platz: Bambus
  4. Platz: Wolle
  5. Platz: Hanf
  6. Platz: PUL (laminiertes Polyurethan saugt gar nicht sondern ist ausschließlich isolierend)



Viele Windeln gibt es alternativ mit Klettverschluß oder Druckknöpfen. Aber was ist der Unterschied?

Klett

Die "Kletties" sind den Wegwerfwindeln am ähnlichsten. Die Klettverschlüsse sind einfach zu verschließen und die Windeln sind absolut stufenlos anpaßbar.
Nachteil: Klettverschlüsse können andere Wäschestücke beschädigen und halten oft nicht so lange wie Druckknöpfe.
 

Druckknöpfe

Die "Druckies" sind entweder vorne oder seitlich (side-snaps) zu schließen. Vorteile der Druckknöpfe sind die längere Haltbarkeit und die einfachere Handhabung in der Wäsche. Außerdem können größere Kinder die Druckknöpfe nicht so einfach selbst öffnen wie Klettverschlüsse. Dafür sind sie anfangs noch etwas ungewohnt in der Handhabung.